Montag und Dienstag verliefen auf Arbeit wie gewohnt. Keine erwähnenswerten Zwischenfälle
Außer vielleicht, dass es in der Unibibliothek nun einen Kaffeeautomaten gibt, der die bisher drei Kaffeemaschinen ersetzen soll. Allerdings konnte der Automat an seinen ersten “Arbeitstagen” nicht so recht überzeugen, sodass die drei Kaffeemaschinen vorerst noch zur Sicherheit stehenbleiben. Auch neu ist, dass die Mitarbeiter jetzt eine Stunde in der Woche Zeit haben, um spazieren zu gehen. Der Gesundheit wegen. Ich habe mich am Anfang, als ich diesen Blog begonnen habe, ja mal gefragt, was die Schweden im Vergleich zu den Griechen eigentlich anders oder “besser” machen, was das Arbeiten angeht. Ich weiß es ehrlich gesagt immer noch nicht…
Am Dienstag war ich nach der Arbeit noch bei einer offenen Veranstaltung der Smålands Nation, wie schon vor zwei Wochen. Aber wie ich hier ja schon mehrfach “kritisiert” habe, ist es als Nicht-Student eben nicht möglich, dort Mitglied zu werden, d.h. an allen Veranstaltungen teilzunehmen. Das war mir, bevor ich hierher kam, ehrlich gesagt nicht so bewusst. Und das stellt schon eine ziemliche Hürde da, zumal nahezu jede Aktivität hier über die Studentennationen organisiert wird. Tja. Aber glücklicherweise gibt es hier auch Menschen, die das auch ein wenig kritisch sehen.
Am Mittwoch haben Therese und ich die Depot-Tour absolviert. Die Bibliothek besitzt noch fünf Außenmagazine, die über die gesamte Stadt verteilt sind. Jeden Tag muss einer der Mitarbeiter diese anfahren, um Bücher auszuheben und zurückzustellen. Insgesamt dauert das um die zwei Stunden. Nach der Fikastunde sind Therese und ich losgefahren. Leider haben wir für den Fahrt den neuen VW Caddy der Bibliothek benutzt und nicht den alten Volvo aus den frühen 80ern, den die Bibliothek auch noch besitzt. Hätte ich gut gefunden. Aber auch hier in Schweden bleibt die Zeit eben nicht stehen. Zur der Tour an sich gibt es gar nichts spannendes zu berichten. Außenmagazine sind halt Außenmagazine. Als wir nach zwei Stunden zur Unibibliothek zurückkamen, fing es leider sehr heftig an zu regnen, sodass wir beim ausladen der Bücherkisten aufpassen mussten, dass diese nicht vollständig nass wurden. Plastikmülltüten haben dann das Schlimmste verhindert. Aber es ist natürlich kein wirklich befriedigender Zustand, jeden Tag Bücher so hin und her karren zu müssen. Dementsprechend ist gerade auch ein neues Außenmagazin im Bau, das die bisherigen fünf ersetzen soll.
Auf Arbeit ist am Donnerstag nichts wirklich interessantes passiert. Nach der Arbeit bin ich noch mal nach Nova Lund gelaufen, wo sich allerlei Geschäfte befinden. Außerdem gibt es auf dem Weg dahin zahlreiche Brombeerbüsche, an denen ich mich gern “bediene”. Interessanterweise wachsen hier immer noch neue Brombeeren nach, auch wenn diese natürlich mittlerweile etwas sauer sind. Komisch finde ich allerdings, dass in so einem beerenverrückten Land wie Schweden nicht mehr Leute Beeren pflücken gehen. Hier kauft mal lieber tiefgekühlte Beeren im Supermarkt. Die Tiefkühlbeeren sind übrigens nicht verpackt, sondern liegen lose im Fach und man kann sich mit einer kleinen Schaufel selbst die gewünschte Menge eintüten.
Abends war ich dann noch mit Erik Pizza essen. Erik ist leider ziemlich erkältet, nachdem er die ganze Woche jeden Tag 8 Stunden an einer Kreuzung stehen musste, um “Verkehrskonflikte” zu beobachten und zu dokumentieren (er studiert Verkehrswesen). Wahrscheinlich dient diese Aufgabe hauptsächlich dazu, “unwillige” Studenten auszusortieren. Also ich hätte mir zumindest nen Klappstuhl besorgt, glaub ich.
Freitag war mein letzter Tag in der Universitätsbibliothek. Ab Montag werde ich wieder den vollen Tag im Head Office sein. Ich muss sagen, dass mir die zwei Wochen in der Unibibliothek ziemlich gut gefallen haben, zumal ich endlich mal wieder mit “echten” Büchern zu tun hatte. Dieses optische und haptische Erlebnis kann die Arbeit am PC im Head Office nicht bieten. Und irgendwie ist die Arbeit in dieser verwinkelten und alten Bibliothek auch einfach spannender als den ganzen Tag auf einen Computerbildschirm zu starren.
Zum Abschluss gab es noch mal ein großes Frühstück. Mittlerweile habe ich mich den hiesigen Essgewohnheiten auch fast vollständig angepasst, sodass sich auf meinem Frühstückbrötchen jetzt auch Butter, Käse und Marmelade befinden. Also gleichzeitig. Da kann man sich schon dran gewöhnen.





